Designerportrait: Steffi

Wir verstehen uns als Community - darum ist es uns wichtig unsere talentierten Designer besser kennenzulernen.

Vor kurzem haben wir deshalb angefangen mit einigen unserer Mitglieder Interviews zu führen, um euch einen besseren Einblick in unsere Reihen zu bieten und Designinteressierten wertvolle Tipps auf den Weg zu geben.

In diesem Interview wollen wir euch Steffi vorstellen.
Steffi findet ihr auch auf Instagram!

Stell dich doch einmal vor.

Hey, ich bin Steffi, 27 Jahre alt und wohne in Berlin. So lange ich mich erinnern kann, zeichne ich schon. Damals hat mir mein Vater das Zeichnen nahegelegt, aber irgendwie habe ich es dann als Jugendliche aus den Augen verloren. Als ich mein Abitur dann gemacht habe, war es allgemeiner Tenor, dass man mit Kunst kein Geld verdienen könne. Ich habe dann zunächst Kommunikatuonsmanagement studiert, aber musste schnell feststellen, dass mir der kreative Teil sehr fehlt. Deshalb habe ich meinen Master dann an der Miami Ad School in Art Direction gemacht. Irgendwann fand ich dann Inspiration für Illustrationen auf Pinterest, weswegen ich einfach mal losgelegt habe.

Eigentlich war das Illustrieren nur ein Hobby für mich, aber meine Arbeiten wurden relativ schnell bekannt und wurden dann sogar für einen Award nominiert. Ich habe nie richtig gelernt zu illustrieren, aber es gab unterschiedliche äußerliche Einflüsse und Menschen, die mich inspiriert haben.

Wie gehst du in der Regel bei einem Projekt vor?

Wenn ich eine Illustration mache, hole ich mir normalerweise Inspiration über Pinterest und stelle mir eine Pinnwand zusammen. Es ist mir sehr wichtig, dass ich im richtigen Feeling bin, denn wenn ich mich dazu zwinge etwas zu machen ohne in der Stimmung zu sein, wird die Arbeit nichts. Stimmt meine Stimmung und bin ich im Flow funktioniert es sehr gut. Während des Prozesses entstehen dann immer neue Ideen. Wenn ich ein Briefing bekomme muss man sich natürlich an bestimmte Sachen halten, aber das Schöne am Illustrieren ist, dass man in der Darstellung sehr frei sein kann.

Ich bin festangestellte Art Direktorin. Bei meinen Illustrationsarbeiten kommen die meisten Leute einfach auf mich zu. Das ist zwar eher eine Ausnahme, aber das Glück habe ich.

Du hast von einem Flow gesprochen, in den du kommen musst, um richtig arbeiten zu können. Wie kommst du in diesen Flow?

An Tagen, an denen ich nicht so viel Stress habe oder gerade an Tagen, an denen ich besonders viel Stress habe kommt die Inspiration von alleine. Illustrieren ist für mich keine Arbeit, sondern ein kreatives Ventil. Ich kann dabei meinen Kopf ausschalten und einfach drauf los arbeiten, ohne mich an irgendwelche Regeln oder Vorschriften halten zu müssen. Der Flow kommt also eigentlich immer von alleine. Auch wenn ein Thema mich sehr beschäftigt, bin ich kreativer, als wenn gerade nicht so viel passiert. Ich darf mich eben nur nicht zwingen oder zwingen lassen.

Wer waren deine ersten Kunden?

Meine ersten Illustrationen waren für einen Blog über Feminismus. Die Anfrage kam damals über Instagram. Es war sehr interessant sich in den Kunden hineinzuversetzen und ich hatte echt viel Spaß bei der Arbeit. Ich bin sehr kritisch mit meiner Arbeit umgegangen und habe viel mit meinem Kunden gesprochen.

Glücklicherweise war mein Kunde niemand, der einfach nur den Feminismustrend mitverfolgt hat, sondern genauso gedacht hat wie ich – darum war es besonders gut, wenn mein Herz bei der Sache ist, ist es umso einfacher kreativ zu sein. Wenn nicht, funktioniert die ganze Sache nicht wirklich.

Beeinflusst Corona deine aktuelle Situation? Wenn ja, inwiefern?

Auf meinen Fulltime-Job hat Corona glücklicherweise keine wirkliche Auswirkung. Ich habe es ehrlich gesagt nicht geschafft, im Home Office mehr zu illustrieren als sonst, aber ich habe die Zeit trotzdem genutzt, um mir neue Techniken beizubringen. Zum Beispiel habe ich kürzlich angefangen meine Illustrationen mit Animationen zu verbinden. Ich konnte mich weiterentwickeln und lernen.

Hast du konkrete Tipps für Designer oder Illustratoren?

Ich habe das Gefühl, dass viele Leute denken, sie können überhaupt nicht zeichnen oder illustrieren, oder, dass sie nicht wissen, was ihr persönlicher Stil ist. Ich habe damals einfach angefangen und der Stil kam von alleine. Man darf nicht zu viel nachdenken, sondern muss einfach machen und üben. Es gibt sicher Menschen, denen es leichter fällt als anderen, aber ich glaube, dass jeder auf seine eigene Art und Weise illustrieren kann. Die meisten meiner Kommilitonen haben sich damals einfach nicht getraut, aber es ist wichtig einfach mal anzufangen. Es gibt immer Raum für Verbesserungen, egal wieviel Erfahrung man schon hat.

Danke Steffi :)